Jan & Karina – Nie mehr radlos

Jan & Karina – Nie mehr radlos

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Mit dem Ziel die Welt zu umrunden, sind wir in den letzten zwei Jahren über 24.000 km mit dem Fahrrad durch bisher 16 Länder gefahren. Zwischen der ersten Probefahrt und dem zweiten Reifenwechsel steckt die halbe Welt. Dabei reden wir nicht von der Welt aus Nachrichten oder Erzählungen von Menschen. Es ist die Hälfte der Welt, die wir mit eigenen Augen gesehen haben, der wir unsere Körper in jeglichen Klima- und Vegetationszonen aussetzten und in der unsere Herzen von wundervollen Momenten für immer geprägt wurden. Pedaltritt für Pedaltritt haben wir die erste Hälfte unseres Traumes verwirklicht. So wie es eben meistens im Leben geht: in vielen kleinen Schritten, gelangt man zum gesetzten Ziel.

Für eine kurze Zeit sind wir zurück bei unseren Liebsten, nehmen jedoch schon in wenigen Tagen die zweite Hälfte der Welt in Angriff.

Immer wieder werden wir gefragt, welcher denn der schönste Ort oder das Highlight der bisherigen Reise gewesen sei. Für uns ist die Antwort eindeutig: Schönheit ist subjektiv. Die Welt als Gesamtes mit all ihren Facetten gefällt uns zu gut, als sie in eine Rangordnung zu zwängen.

Einerseits gibt es natürlich viele Orte, auf der Welt die den gängigen Kriterien eines schönen Ortes entsprechen. Wir denken an die Fjorde und Küste Norwegens, die raue Vulkanlandschaft der Hochebene Islands mit ihren unwirklich erscheinenden bunten Bergen, die roten Gesteinsformationen im Westen der USA, die karge und doch so belebte Wüstenlandschaft der Baja California in Mexiko, die bunte Unterwasserwelt der Karibik, der von Leben pulsierende Dschungel Costa Ricas und Panamas, die majestätischen Berge der Anden in Südamerika und Neuseeland, das nur so vor Vielfältigkeit strotzt.

Andererseits findet die Wahrnehmung der Schönheit eines Ortes in jeder Person selbst statt. Jeder Ort hat das Potential, ein einmaliger zu sein. Auch der Ort nebenan, Zuhause.

Ein Highlight der Reise gibt es jedoch tatsächlich: Eindeutig auf Nummer eins steht die Gastfreundschaft, die uns in jedem bisher bereisten Land entgegen gebracht wurde. Nicht selten hielt neben uns ein Wildfremder und ehe wir uns versahen, waren wir bereits zum Abendessen eingeladen, hatten einen Schlafplatz und gute Gesellschaft!

Eine weitere Frage beschäftigt uns: Was hat sich durch die Reise eigentlich in uns verändert? In doppelter Hinsicht hat sich unser Horizont erweitert. Eine Welt die man mit eigenen Augen gesehen hat, rückt näher, ist einem nicht mehr unwichtig und erzeugt Bewusstsein über die vielen verschiedenen Möglichkeiten, Dinge zu tun und sein Leben zu leben. Nachrichten aus aller Welt betreffen nicht nur ein Land, sondern Orte mit denen wir Freunde, Emotionen und Erlebnisse verbinden.

Unsere Reise hilft uns zum Anderen, das Wesentliche in einen Rahmen zu setzen, Prioritäten neu zu ordnen und eigene Ansichten in einem neuen Licht zu betrachten. So steht bei uns beispielsweise Kolumbien nicht, wie leider immer noch oft in den Köpfen einer breiten Masse, für Drogen und Gewalt, sondern für eine der freundlichsten Menschengruppen Lateinamerikas und einzigartige Naturwunder. Wir haben so anschaulich wie noch nie bestätigt bekommen, dass eine Meinung über etwas oder jemanden nicht zwangsläufig richtig sein muss, nur weil viele Menschen sie haben.

Auch können wir uns in der Zwischenzeit besser in Ausländer hineinversetzen, die wir selbst an fast jedem Ort der Welt sind. Es gibt nichts Schlimmeres als mit missbilligenden Blicken oder unfreundlichen Worten begrüßt zu werden und nichts Schöneres, wenn dies mit einem Lächeln, offenen Armen, Häusern und Herzen geschieht.

Zu denjenigen, die selbst Reiseträume hegen, können wir nur eines sagen: Überlegt, was ihr wirklich wollt, glaubt an euch und macht den ersten Schritt! Nichts weiter hält euch davon ab…

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